Ein paar Schneeflocken eilen von Haustür zu Haustür; und klingeln überall, klopfen an. Die Bewohner möchten doch herauskommen, wenigstens an die Fenster treten: Die Festlichkeit zu betrachten, den feierlichen Einzug des Schnees, das große langsame Schneien, wenn möglich, am Straßenrand stehend, zu verfolgen; den weißen Gottheiten zuzuwinken, die mehr als nur vorübergehen, die sich endgültig einprägen ins Gedächtnis der Menschen. Er bringt, der Schneefall, darin einen Auftrag des Christus erfüllend, das Fest in die Augen der Sterblichen. Ich habe es ausgesprochen: Ohne Christus, den Fürsten des Fests, mag das Leben schön sein oder traurig; es kann, unsere Zeit auf Erden, ohne Christus aber nicht festlich sein.

Autor: fentzloff

Ulrich Fentzloff, 1953 in Ludwigsburg geboren und aufgewachsen. Kind poetisch verklärter Tage in einem Württemberg des Geistes. Studium der Evang. Theologie und der Philosophie an der Universität Tübingen. Vikar in Leonberg-Silberberg. Pfarrverweser in Unterlenningen, am Fuße der Schwäbischen Alb. Gemeindepfarrer in Kirchberg/ Jagst (Hohenlohe), an der Johanneskirche in Stuttgart, und schließlich, 25 Jahre lang, bis Sommer 2016, in Langenargen am Bodensee. Lebt als Dichter in Konstanz. Absichtlich deckt den Ausgang des Tages zu, Umnachtet das Zukünftige uns der Gott Und lacht, wenn sterblich eins zu sehr be- Sorgt, was geschehen wird. (Horaz, in der Übersetzung Friedrich Hölderlins)