»Am Glanz der Fensterscheiben erkenne ich, ob ein Engel vorbeigekommen.« (Odysseas Elytis, Tagebuch eines nichtgesehenen April, Berlin 1991, S. 27)  Legt das Licht der Engel sich auch auf das Leben der Menschen? Und welches innere Licht würde als Antwort wie Quellwasser sickern aus der weißen Erde unserer Augen? »Flieg‘, o Brieftaube, in meinen Mund. / Flieg‘ in meinen Mund, der um die Ecke wartet. / So lange brenne ich schon, eines Bergdorfs Lampe, / Vor mich hin. Der Straßenrand schaut sprachlos zu.« Güterzüge eilen an mir vorüber. Weder winke ich ihnen zu, noch schaue ich ihnen nach.

Autor: fentzloff

Ulrich Fentzloff, 1953 in Ludwigsburg geboren und aufgewachsen. Kind poetisch verklärter Tage in einem Württemberg des Geistes. Studium der Evang. Theologie und der Philosophie an der Universität Tübingen. Vikar in Leonberg-Silberberg. Pfarrverweser in Unterlenningen, am Fuße der Schwäbischen Alb. Gemeindepfarrer in Kirchberg/ Jagst (Hohenlohe), an der Johanneskirche in Stuttgart, und schließlich, 25 Jahre lang, bis Sommer 2016, in Langenargen am Bodensee. Lebt als Dichter in Konstanz. Absichtlich deckt den Ausgang des Tages zu, Umnachtet das Zukünftige uns der Gott Und lacht, wenn sterblich eins zu sehr be- Sorgt, was geschehen wird. (Horaz, in der Übersetzung Friedrich Hölderlins)