Die aristotelische Poetik, die man nicht als Dogma nehmen, jedoch auch nicht verachten muß, gibt nach wie vor die Ordnung, die Einteilungen vor (das Lyrische, das Epische, das Dramatische). Im weitesten Sinne läßt über das Lyrische sich sagen, es handle über die Welt und die Dinge im Sinne der Erinnerung. Tatsächlich umgibt jede poetische Aussage eine Aura des Sich-Erinnerns. Das verleiht dem Poetischen etwas Schwebendes, unzerstörbar Melancholisches. Wer zurückschaut….

Autor: fentzloff

Ulrich Fentzloff, 1953 in Ludwigsburg geboren und aufgewachsen. Kind poetisch verklärter Tage in einem Württemberg des Geistes. Studium der Evang. Theologie und der Philosophie an der Universität Tübingen. Vikar in Leonberg-Silberberg. Pfarrverweser in Unterlenningen, am Fuße der Schwäbischen Alb. Gemeindepfarrer in Kirchberg/ Jagst (Hohenlohe), an der Johanneskirche in Stuttgart, und schließlich, 25 Jahre lang, bis Sommer 2016, in Langenargen am Bodensee. Lebt als Dichter in Konstanz. Absichtlich deckt den Ausgang des Tages zu, Umnachtet das Zukünftige uns der Gott Und lacht, wenn sterblich eins zu sehr be- Sorgt, was geschehen wird. (Horaz, in der Übersetzung Friedrich Hölderlins)