Das Empfinden, Empfindungen – Erläuterungen dazu bei zwei so unterschiedlichen Geistern wie Alfred North Whitehead (1861-1947) einerseits und Friedrich Christoph Oetinger (1702-1782)) andererseits. Empfindungen sind ein Umkreis der Gedanken, das Beet, auf dem diese schließlich wachsen (der Strom, dessen Fließen diese anspült an die Uferstreifen). Whiteheads Sprache, ordnend, Wunden vernähend, kategorialisierend, folgt mathematischer Logik; Oetingers Ausflüge erinnern an sonntägliche Spaziergänge den Rändern entgegen einer Kleinstadt. Wir müssen das, wofür das Denken steht, sehr viel breiter (und gleichzeitig exakter) fassen. Ein Freund schreibt: »Was eine „Empfindung“ ist. Sie ist nichts nur „Subjektives“ und nichts nur „Objektives“. Heidegger würde vielleicht sagen, dass sie dem verwandt ist, was er Stimmung nennt. Sie ist nichts Äußeres und nichts Inneres. Vielleicht ist sie nur die umgestülpte Welt und derer gibt es unzählig viele, zu denen wir aber keinen Zugang haben, weil sie auf einzelne Monaden beschränkt sind.«

Autor: fentzloff

Ulrich Fentzloff, 1953 in Ludwigsburg geboren und aufgewachsen. Kind poetisch verklärter Tage in einem Württemberg des Geistes. Studium der Evang. Theologie und der Philosophie an der Universität Tübingen. Vikar in Leonberg-Silberberg. Pfarrverweser in Unterlenningen, am Fuße der Schwäbischen Alb. Gemeindepfarrer in Kirchberg/ Jagst (Hohenlohe), an der Johanneskirche in Stuttgart, und schließlich, 25 Jahre lang, bis Sommer 2016, in Langenargen am Bodensee. Lebt als Dichter in Konstanz. Absichtlich deckt den Ausgang des Tages zu, Umnachtet das Zukünftige uns der Gott Und lacht, wenn sterblich eins zu sehr be- Sorgt, was geschehen wird. (Horaz, in der Übersetzung Friedrich Hölderlins)