Am 27. Juni 1998 schreibt der griechische Dichter Dimitri T. Analis im Flugzeug nach Athen einen Brief an seinen syrischen Dichterfreund Adonis. Darin findet sich ein Satz, der mich seit langer Zeit begleitet, der seit 17 Jahren immer wieder aus der Erinnerung auftaucht: »Sich von Gott abzuwenden ist unser Wein gewesen, und wir sind davon immer noch betrunken.«

Autor: fentzloff

Ulrich Fentzloff, 1953 in Ludwigsburg geboren und aufgewachsen. Kind poetisch verklärter Tage in einem Württemberg des Geistes. Studium der Evang. Theologie und der Philosophie an der Universität Tübingen. Vikar in Leonberg-Silberberg. Pfarrverweser in Unterlenningen, am Fuße der Schwäbischen Alb. Gemeindepfarrer in Kirchberg/ Jagst (Hohenlohe), an der Johanneskirche in Stuttgart, und schließlich, 25 Jahre lang, bis Sommer 2016, in Langenargen am Bodensee. Lebt als Dichter in Konstanz. Absichtlich deckt den Ausgang des Tages zu, Umnachtet das Zukünftige uns der Gott Und lacht, wenn sterblich eins zu sehr be- Sorgt, was geschehen wird. (Horaz, in der Übersetzung Friedrich Hölderlins)