Die Alpen im Abendkleid, gerüstet für die Reise ans Ende der Nacht (au bout de la nuit). Wo wird das Ziel der Reise sein? Die Gehöfte welcher Seelen, die Boulevards welcher schlaflosen Augen gedenken sie aufzusuchen, die festlich Gekleideten. Wer bringt sie zum Bahnhof, begleitet sie auf den Bahnsteig? Scheu der Mond, der Kammerdiener außer Dienst, wartet im Hintergrund; er lächelt vor sich hin. Was weiß er, was wir nicht wissen? Vermag er das Zukünftige zu schauen? Die Alpen treiben hilflos, blind und dunkel gekleidet, Geworfene, durch eine abgewandte Zeit; ob der Mond die Aschen schaut kommender Feuer? Wir handeln ausgiebig von Untergang und Tod; eher selten, daß wir, insofern weit vom Mond entfernt, die Geburt bedenken (daß viel gewichtiger das Phänomen des Geborenwerdens, als das des Sterbens). »Von Ranken kahl umgittert diese Fenster. / Die eine Rose blüht nun aber doch; blüht im Abseits, / trägt indes die hohen Schuhe und das offene Haar. / Ich stürbe, der ich seit jeher zwischen Autobahn und Winterharfe wohne, / stürbe ohne dunkle Gegenwart der Bücher. // Mein In-die-Welt-Gekommensein, mein Lied. // Die Rose ist nicht gleichgültig, sie ist nicht kalt. / Sie ist das Hohe über jeder Fensterbank. / Ihr Wort steigt mählich durch das Treppenhaus des Buchstabierens. / Ihr wildes Herschenken von Glut; Kreisen einer Gabelweihe überm Feld. / Wir werden nicht entschlafen, vielmehr sehend in eine Art Verwandlung wehn‘. / Rose, wie ein Fluß in seiner Tiefe still; mittelalterlich das Musizieren. / Ich ehre deine Prosa, Poesie des Steins, ich ehre deinen Herbst.« (Straßenmusikanten im Herbst)

Immer wieder fragen Menschenaugen, was ›Klang‹ sei? Warum erheben Töne sich von ihrem Lager, treten vor uns hin und rühren uns freundlich an; während andere hereinbrechen wie Diebe in der Nacht, uns zu töten drohen. Was für die einen Wohlklang, ist für die anderen Lärm; und umgekehrt. Von den Extremen an Höhe und Tiefe abgesehen, schmerzhaftem Stoßen ans Schrille bzw. Erderschütternde, die weitgehend im Bereich der Alltäglichkeit sich tummelnden Höhen und Tiefen also, darf gelten, daß sie als Anklang lediglich, als einmaliges geschwindes Aufklingen, nicht nur erträglich sind, daß sie durchaus erheitern und nicht erschrecken. Wir grüßen das einmalige (erste) Anklingen des einen Lautes (welcher das Stummsein bricht); Schmerzen kann der zweite Klang bereiten, das Hinzugefügte, nachfolgende Andere. Das eigentliche Geheimnis wäre der Anklang, das einmalige Erste. Giacinto Scelsi sagt, über jenes Ursprüngliche nachsinnend: »Der Klang ist die erste Bewegung des Unbewegten.« Es ist der Schritt des Logos in das Sein, die Leibnizfrage, warum überhaupt etwas sei und nicht vielmehr nichts. »….Aber wie / Zu Rossen, ewige Lust zu leben, wie wenn Nachtigallen / Süßen Ton der Heimat / oder die Schneegans / Den Ton anstimmet über dem Erdkrais, sehnend, erscheinet / Gott als / Natur von außen. Mittelbar / In heiligen Schriften.« (Hölderlin, Der Einzige Bremer Ausgabe 11, 204)

Nur mittelmäßige bis schlechte Melodien eignen sich als Ohrwurm. Das Hintergründige, Vertrackte einer suchenden, in Baumkronen hinein kletternden Klangführung, wie die in Gedichten sich widergespiegelt findet, verweigert sich einer regelmäßigen Widerkehr im erinnernden Gehör. »Die Handschrift trage ich, eine sorgfältig gebundene Fliege / zum weißen Hemd, durch Schlucht und Flucht der Seegefrörne«.

Photographie ist zur Manie geworden. Wohin nur mit den Milliarden von Bildern? In Peter Handkes »Mein Jahr in der Niemandsbucht« findet sich die Aussage, die Kamera (in diesem Fall die Kamera des Films), plündere die Gegenden. Photographieren könnte verstanden werden als ein Herausreißen von Früchten aus dem Geäst der Landschaften. Der Landstrich als Ganzer, in seinem Geborenwordensein wie in seinem Sterben, in seinen Vogelflügen des Dazwischen, wird, auf den Augenblick reduziert, ins Tiefkühlfach gelegt. Der Landschaften skizzierende Bleistift (der geduldige Pinsel zumal) sammelt stotternd Splitter zusammen. Der traurige Spaziergänger mischt sein inneres Weinen in die Farbe. Dem ausschnitthaft Plötzlichen des Kamerazugriffs bleibt jedoch ein Großwerden, das Hochwachsen des Lichtes eher verborgen. Der Eindruck des Prozessualen, welches der Landschaft einverleibt, droht verloren zu gehen. Es wäre zu pauschal, das Photographieren des Diebstahls zu bezichtigen. Auch der Photographie kann es gelingen, dem Flußlauf unter zementfarbenem Himmel das Geheimnis abzuringen. Vielleicht aber darf die Bemerkung Handkes als Hinweis gelten, sparsamer, seltener gewissermaßen, ein Gegenüber abzulichten. Nicht länger hysterisch die Leinwände der Natur in sich hineinzufressen, wäre geboten; vielmehr möge es angeraten sein, sorgsam und genußvoll das umhüllende Pergament, das über jedem Landstrich liegt, wegzunehmen, zu glätten, beiseite zu legen, die Gottgegenwart in den Dingen alsodann zu gewahren und den Blitz endlich auszulösen, der wie ein in Licht getauchter Zitteraal aus Schwarzwetterhimmeln fiele.

Heute der letzte Tag des Sommers. Rauschen eines Hochwasser führenden Flüsschens, sein Tosen, der messianische Schrei; die Nähmaschine des Froschgesangs; unterirdischer Eifer der Ameise; vielstundenlanges Wandern der Libelle über die Handfläche einer Kreisstadt – was wir Fülle zu nennen geneigt sind, wird sich am Ende als Armut erweisen. Märkte einer afrikanischen Stadt werden einsame Viehweiden sein, verglichen jedenfalls mit dem Kammerchor einer verhältnismäßig kleinen jesuanischen Ewigkeit. Das Irdische blendet, wo es doch in mancherlei Hinsicht Verachtung, jedenfalls kein Bewundern verdienen würde. Am Verliebtsein ins Hiesige und Vertraute, am Nicht-Loslassen-Wollen werden wir zerbrechen. Der See um Lindau zeigte sich wochenlang als blühender Kirschgarten. Eine Sprache pflegen wir, die Spuren zeigt von Rost und dazu steht. Wir gehen vorüber an einer Unzahl häßlicher Häuser. In Adalbert Stifters ›Nachsommer‹ gibt es noch das neuerbaute Haus als schönes; wohingegen uns Heutigen das Warten nur bleibt, bis Ranken und Verwittern das Reich der Käfer aufs Zifferblatt der Zeit wie auf die hinfälligkeitsresistente Farbengier sich legen der Fassade. Unlängst wurde mir eine Hinwendung zur Gnosis vorgehalten, wurde ich des gnostischen Geistes bezichtigt; ich indessen darauf beharre, keiner Schule anzugehören. Ich weiß nur, daß es niemals ein Regiment der Dichter geben wird im Ganzen des Heeres. Der Dichter verfolgt immer nur die Spur des Einzelnen, fragt selten nach gesellschaftlichen Zusammenhängen. Mandelstam wurde aus der Stadt verbannt, mußte heimlich die Nächte mit Nadjeschda verbringen auf Küchenböden aus Stein. Dem heute von Teilen der orthodoxen Kirche Rußlands wertgeschätzten Stalin war die Ermordung der Dichter eine Herzensangelegenheit. Christus alleine kann uns retten.

Dörfer erscheinen tagsüber oft unbewohnt; man hört Maschinen (Lüftungen etwa der Ställe), gewahrt indes keinen Menschen. Ausgestorben wirken nachmittags gleichermaßen Wohnkasernen der Stadtränder. In der Konstanzer Altstadt dagegen drängen sich die Massen. Als ob die in Dörfern und Vorstädten Gestorbenen ins Zentrum der uralten Konzilstadt hinein auferstanden wären; als ob dort der Altar stünde, der Tisch des Lebens. Dem Schlaf enthobenes Leben und Atem verteilen sich nie gleichmäßig über Flächen hin, über Täler und Höhen; strömen an immer wieder anderen Orten (vor anderen Altären) zusammen, um sich wieder aufzulösen, sich zu zerstreuen und wieder neue Zentren zu finden. Das Bedürfnis nach Schlaf heißt die Umherziehenden dann, vom Altar sich wieder abzuwenden. Schlußendlich suchen die Seelen den Altar (das EINE, welches Plotin als enthobenen göttlichen Ursprung gedacht), den nie zu finden sie verdammt sind. Die Seele wird sich nie damit zufrieden geben, am einen Ort (wo Bettstatt und Stube und Höhle, Garten und Stall) zu verweilen. Die Entwicklung des Menschengeschlechts trägt allerorten ein Sich-Entfalten-, die-Grenze-Überschreitenmüssen in sich. Besonnenes Handeln, um ein Gleichgewicht bemüht zu sein, abzuwägen, vor sich hin zu spazieren sachte ––– vergebliche Unterfangen. Die Rhythmen der Seelen bilden keinen Reim. Es ist das Geworfensein, welches uns handeln und reisen, sterben und wiedergeboren sein läßt. Gezeiten der Meere treiben uns hierhin und dorthin. Wir hausen in den verlassenen Dörfern, sitzen in leergeräumten Stuben der Vorstadt, stehen in einer Schlange vor einer Bäckerei der Innenstadt um Brot an, unser Atem gefriert auf Gefängniskorridoren, in der Schusterwerkstatt lesen wir das Neue Testament auf Altgriechisch – alles ereignet sich gleichzeitig, übereinandergeschichtet. Das Wissen wird blasser, ausgezehrter; und Fachleute wissen gar nichts mehr. Experten sind das leere Auge einer Gesellschaft, deren Weiterleben darin besteht, unendlich im Sich-Niederlegen begriffen zu sein, auf der Suche nach Schlaf, dabei aber nie an ein Ende gelangend ––– Gedanken, die kreisen um die Ortlosigkeit der Sterblichen. In diesen Zusammenhängen scheint die Bedeutung auf der Kirche, des Kirchenbaus. Der spirituell geordnete Raum hätte anderes nicht zu bieten als den Altar, das Kreuz, Bank oder Stuhl, die Mauer. Verortete Einsamkeit – womöglich inmitten einer Vielzahl von Suchenden. Räume, von moderner Technik ganz frei. Verschattete Hütten aus übereinandergeschichteten Steinen oder aus Holz. Hütten der Stadtränder. »Maison pour recevoir l’abandonné de Dieu / Haus, das den Gottverlassenen empfängt« (René Char).

Ungeachtet geradezu hochsommerlich anmutender Temperaturen nachts noch in den engen Gassen der Altstadt (vor Restaurants und Cafés das Meer der Tische und alle vollbesetzt und süßer Stimmenlärm erinnert an die Einsamkeit der Menschen), trägt die Frühe in gewohnter Stille, wie Spaltholz, Scheite der Kälte ins Haus der Welt, um diese an Mauern hochzuschichten. Ich erinnere eine Jugenherberge in Schottland. Ich befand mich am Anfang meines Studiums, ich glaube es waren die ersten Semesterferien, ich war in die Highlands gereist, dort zu wandern. An einem Abend kam ich mit einem Studenten ins Gespräch. Er war ein Kind der Revolte, ein Soziologiestudent, durch und durch ein Achtundsechziger. Er fragte, was ich mache; ich antwortete, ich studiere Theologie. Darauf er: »Gut, ich kann das verstehen, in der Kirche kann man politisch, aufklärerisch, gesellschaftskritisch wirken…« ––– Ich dagegen erwiderte, diese gesellsellschaftspolitische Perspektive würde mir nichts bedeuten, mir läge an einer Verzauberung der Seelen; Aufgabe der Kirche sei es, ihren Beitrag zu leisten für ein Verzaubertwerden der Welt. Ich sehe sein Gesicht heute noch vor mir, eine vollkommene Ratlosigkeit spiegelnd. Er wandte sich ab, wechselte kein Wort mehr mit mir, ging an den folgenden Tagen grußlos vorüber. Die Verzauberung hat sich mir als einzige Möglichkeit eröffnet, der Vergänglichkeit des Seins etwas entgegenzustellen, diesem tragischen Ausgeliefertsein ans Sterbenmüssen. Nachts vor Cafés in den Gassen zu sitzen einer Altstadt, um den Tod zu wissen, um die Nichtigkeit der Kreditkarten und Studios und Ateliers, die Nichtigkeit der Bibliotheken, den Nachtzug im Hintergrund hörend, von dem wir nicht ahnen können, wohin er fährt.

Kandidaten der Wahlplakate – ihr Lächeln, das für Zuversicht steht und den Willen, Neues zu schaffen, das Erstarrte zu lösen, einem Fließen wieder zu überordnen. Wahlplakate zeigen unvergrübelte Gesichter. Man stelle sich ein Antlitz vor der Schwermut, das sozusagen über einem Abend dunkeln würde und andeutungsweise müde wirkte. Ein Kandidat etwa für das Amt des Oberbürgermeisters, den man sich vorstellen müßte, wie er gegen das Rathausfenster gelehnt, ein Montaigne, die Zeit verträumte und nachdächte über eine Philosophie des Sterbenlernens. Das Renaissance-Portrait erwiese sich bereits als unbrauchbar für eine Wahlwerbung dieser unserer Tage: Nur ja keine Spur des Rätselhaften; kein Deuten auf ein Geheimnis hin. Der Gesichtsausdruck des Wahlkämpfers soll den Eindruck des unverbraucht Kindlichen wie des tatkräftig Nüchternen vermitteln. Die leise Lüge, die auf Zehenspitzern in unser Hiersein schleicht, ist ein Selbstverständliches geworden. Keine böse, abgründige Lüge; ein kleiner Betrug vielleicht, eine Brise an Vorgetäuschtem – indes Kleinigkeiten dieser Art sich aufsummieren. »Wir fließen, Zweige unterirdisch eines Flusses, / ungesüßter schwarzer Tee, in die Adern eines Tags, / der von keiner Kindheit irgend weiß.« (aus: Wohin die Dunkelheit mich führt)

»Das Schöne auslegen heißt: ihm Unrecht tun. Es will begegnen, meinetwegen auch genossen , aber nicht gedacht werden, es will im hohen Augenblick einbrechen, aber sich nicht in die ihm lästige Dauer von Begriffen und Sätzen überführen lassen, es will sich als Flamme frei verzehren und nicht dazu dienen, Gedanken zu erhitzen« (Gerhard Nebel)

Ein Tagebucheintrag des griechischen Dichters Giorgos Seferis vom 3. August 1939: »Aus Kifissia zurück. Wir haben dort Aischylos gelesen … Empfindungen, die ich bei Aischylos habe, die mich beruhigen: die Sicherheit und die Ausgewogenheit der Gerechtigkeit ohne Gefühlsbetontheit, ohne moralische Vorhaltung, ohne Psychologie. Wie ein Gesetz des Universums, rein, ohne Schatten. Und die Autorität dieser Stimme, ihre Kraft. Die höchste Ordnung, die ich kenne.« Seferis beschwört eine ursprüngliche Kraft der Dichtkunst (der Literatur als solcher). Das Wort, kosmischer Kraft sich verdankend, spricht ohne Umwege, ohne alle Verzerrungen zeitgenössischen Gehabes, in unser Leben. In diesem Sinne habe ich als älteres Kind und Jugendlicher die Macht der Biblia Germanica erfahren, erleben dürfen, wie diese, alles Gefrage und Zögern und Zerlächeln überbrückend, unmittelbar meine Seele berührt. Später, am Ende meiner Schulzeit, haben mir solches ausufernde Hölderlinlektüren vermittelt. Heute erlebe ich diese Unmittelbarkeit, diese höchste Ordnung, im Garten der Dichtung, in dieser ungeheuren Weite (vielgestaltig sie in mir lebt). Seferis las im Athener Vorort Kifissia die Aischylos-Texte als Gesetz des Universums. Das wiederum spiegelt die Auffassung der Pindar-Fragmente Hölderlins (wie Friedrich Beissner diese späten Texte bezeichnete; D. E. Sattler schlägt vor, von Pindar-Kommentaren zu sprechen). Das Unmittelbare zu erkennen (die reine Ursprungsschönheit Gottes), ist Göttern wie Sterblichen verwehrt; dies rein göttliche Milieu sei die einzig dem unsagbaren Gott vorbehaltene Sphäre. Götter und Menschen seien einer Mittelbarkeit ausgeliefert, in welche das Böse, Neid, Haß, Kleingeistigkeit etc. hineingemischt. Darum, weil von der Klarheit und Schönheit des unsagbaren Gottes getrennt, seien Menschen (und Götter) auf das Gesetz angewiesen. Das Gesetz sei ein Höchstes (kein richtendes, von gesellschaftlich beschreibbaren Kontexten abgeleitetes Wort); es habe seinen Ursprung in Gott; spiegle, weil Gott in sich unmittelbar, rein und klar, ungetrübt schön sei, göttlichen Ursprung, sei höchste Macht, sei für die Augen der Menschen das Höchste selbst. Dies Höchste, Gesetz der Gesetze, vom Gewand ursprünglichster (präexistenter)Herrschaft umhüllt, halte als Literatur festlich ernsthaften Einzug in unser Leben. Sofern ich in Jerusalem herumspaziere und in Athen, die Heilige Bibel lese wie die Dichter der Griechen (große Dichtkunst überhaupt), spricht sich das Gesetz als Bote des Unmittelbaren, ein wenig nur gebrochen, in mir aus. Dichtkunst, von ihrem Gott-Ursprung her, glänzt auf »wie ein Gesetz des Universums, rein, ohne Schatten« in meinem kleinen blinden Leben, ist »die höchste Ordnung, die ich kenne.« (Seferis) Ich lese Aischylos, die Biblia Germanica, William Blake, Seferis … und erfahre insofern den Logos, das unmittelbar aus Gott Heraussprechende, die Thora, den Nomos, den Christus – abgeleitet zwar; höher indes, als andere Sprachen dieser Zeit es zu leisten vermöchten. Literatur, ein Höchstes, vergeistigter Buchstabe, betritt in diesem Sinn als Göttliches (mitnichten Ort einer Veranstaltung, mitnichten Printmedium, mitnichten anarchistischer Schrei)andeutungsweise nur maskiert, die Bühne. »Schulbuch der hebräischen Grammatik: darin / die Wunden, wie vom Rotstift ins Papier geschnitten – / Karawanen schwarzer Konsonanten / und so leicht der Flug unserer Vokale: / Mäusebussard, bitte steig, vokalgleich, / in den Rang der Schmerzen, / an welchen wir wie jene Reiter, die das Kleingeld / für die Straßenbahn nie mehr bezahlen werden, / vorüberhören möchten.« (aus: Der Paraklet, Spuren johanneischer Mystik & der Jesusliebe im Suppentopf der Abendkammer)